Ein Jahr zurück

Ich bin jetzt seit fast genau einem Jahr wieder in Deutschland.
Seitdem ist viel passiert. Ich studiere jetzt seit 2 Semestern Psychologie, was mir total Spaß macht. Die Themen, die wir behandeln, sind total interessant. Allerdings ist  der Leistungsdruck sehr hoch. So arbeite ich mich von Klausur zu Klausur und versuche, so gut wie möglich zu bestehen.
Seit 10 Monaten lebt jetzt auch mein Freund hier in Deutschland. Er lernt immer noch Deutsch in einem Intensivkurs. Das muss er auch noch ein halbes Jahr lang machen. Dann muss er einen C1-Test machen, um sich an der Uni bewerben zu können.

Wir sind auch schon ein bisschen in Deutschland rumgekommen. An Weihnachten waren wir in Hannover, über Ostern in Berlin und im Mai in Köln. In Köln haben wir lustigerweise auch eine Lehrerin von Dani getroffen 😀
Nächste Woche kommen Sandy und Rebecca schon wieder aus Mexiko zurück und Sarah und Debora fliegen nächste Woche hin. Das sind die beiden neuen Freiwilligen.

Ich werde mich jetzt auch wieder mehr in die Freiwilligenarbeit einbringen. Im August werde ich bei dem Rückkehrerseminar helfen. Dort werde ich Workshops für die Rückkehrer anbieten und ihnen einfach zuhören. Denn das Zurückkommen ist nicht unbedingt leicht. Auf einmal ist man wieder zurück zu Hause, doch nicht nur man selbst, sondern auch alle anderen haben sich verändert. Das muss man auch erst mal verarbeiten. Die ersten paar Monate fühlt man sich auch nutzlos, wenn man sich nicht eine Aufgabe sucht. Dann hat man selten jemanden zum Reden, jemanden, der versteht, was man in diesem Auslandsjahr alles erlebt hat. Da ich das selber alles durchstehen musste, möchte ich den jetztigen Rückkehrern in diesem Prozess beistehen.

Ich wünsche allen, die nächste Woche ihr Auslandsjahr beginnen, ganz viel Spaß, viele tolle Erfahrungen und vor allem Gottes Segen.

Urlaun in Mexiko-Stadt

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Mexiko-Stadt: gefährlich, Drogen, hohe Kriminalitätsrate, Gangs.
Das ist was vielen von euch bestimmt in den Sinn gekommen ist und ich möchte das auch gar nicht abstreiten.
Trotzdem bin ich für meinen Urlaub dorthin gefahren, um meinen Freund und seine Familie zu besuchen, die dort wohnen.
Zunächst einmal das erste Hindernis: die Hinfahrt. 18 Stunden in Taxi und Bussen. Mit 2 Koffern. Endlich angekommen werde ich dann abgeholt und kann ein wenig entspannen. Doch direkt nach einer Stunde geht es dann los damit, alles kennen zu lernen. Orte und Personen. Kino, Freizeitparks, Zoo, Touribus und vieles mehr stehen auf dem Plan. Doch was mich am meisten beeindruckt hat waren folgende Sachen:
1. das Essen. Ohne Witz ich habe selten so gut gegessen.
2. Die ganzen Monumente (erstes Foto)
3. Eine Stadtführung in Querétaro (zweites Foto). Dort wurden einem Legenden und Mythen erzählt und obwohl vorher versprochen wurde, dass man nicht erschreckt wird, wurde man natürlich doch erschreckt. Weshalb sonst sollte man eine Stadtführung nachts machen…
4. die Metro. Das war so voll! Ihr könnt euch das ungefähr so wie in Japan vorstellen, wo Polizisten nur dazu da sind, um die Leute weiter in die U-Bahn zu drücken.
und 5. dass man total günstig Kleidung kaufen kann 😀
2 Wochen also in Mexiko-Stadt. Sicher ist es dort sehr gefährlich. Aber es gibt eben auch viele beeindruckende und schöne Dinge. Ich werde auf jeden Fall wieder dorthin gehen und kann euch nur raten, dasselbe zu machen. Allerdings auf keinen Fall alleine und nur in Begleitung eines Einheimischen!

Graduation

Dieses Wochenende ist es endlich soweit. Der langersehnte Tag ist morgen für viele Schüler endlich da: der Abschluss.
Schon seit Freitag haben wir Programm hier in der Gemeinde deswegen und morgen werden dann endlich die Abschlusszeugnisse für Kindergarten, Grundschule, Secondary und Abitur überreicht. Ein Jahr mit so manchen Schwierigkeiten für die Schüler aber auch mit ganz vielen tollen Momenten. Ich kann das sagen, wo ich doch selbst erst vor ziemlich genau einem Jahr mein Abiturzeugnis endlich in der Hand hatte. Das Abschlussjahr. Ein Jahr voller Examen, Hausaufgaben und anderweitiger Prüfungen. Aber auch ein Jahr voller toller gemeinsamer Momente mit Freunden oder im Klassenzimmer. Ein prägendes Jahr vor allem für die Abiturienten. Und ich durfte sie begleiten als ihre Englischlehrerin. Welch großes Privileg! Für meine Schüler geht die Universität bald los und das gleiche gilt auch für mich.
Das Jahr hier in Mexiko geht zuende. Es fehlt nur noch ein Monat bis ich wieder zu Hause bin. Könnt ihr das glauben?!? Ich nicht. 11 Monate bin ich schon seit zu Hause weg, aber es kommt mir vor als wären vielleicht gerade mal 6 Monate vergangen… Und bald schon fängt eine neue Etappe meines Lebens an: die Universität. Bewerbungen sind abgeschickt und jetzt kann ich nichts weiter machen als warten und Tee trinken und die restliche Zeit hier noch genießen 🙂
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Guatemala

Vorgestern bin ich mit Katharina, drei Chilenen und dem Chef aus der Personalabteilung los an die Grenze nach Guatemala gefahren, weil wir Ausländer ein neues Visum brauchten. Wie es halt so ist sind wir dann doch nicht um 8 Uhr, sondern erst um 10 Uhr losgekommen und haben statt 8 Stunden 10 Stunden gebraucht. Recht erschöpft nach der langen Autofahrt, haben wir dann auf einem adventistischen Camp übernachtet. Eigentlich wollte ich morgens noch eine Rund schwimmen, doch der Pool war leider abgesperrt :/
Um 8 Uhr morgens gings dann los zum Frühstück und ich muss ganz ehrlich sagen, dass ich seit EWIGKEITEN nicht mehr so gut gegessen habe! Direkt danach sind wir dann zur Grenze nach Guatemala weitergefahren. Dort gab es dann ein ewiges hin und her. Erst mussten wir uns abestempeln lassen, dass wir aus Mexiko ausreisen, um dann 10 Meter weiterzugehen und in Guatemala zu sein, um dort dann eine halbe Stunde zu warten, wieder nach Mexiko einzureisen und ein neues Visum zu bekommen. Das hat dann gute 3 Stunden gedauert. Danach haben wir uns direkt auf den Weg zur Uni gemacht. Dank zahlreicher Klostopps und ein Stopp zum Abendessen, kamen wir dann um 00:40 Uhr an der Uni an. Da gab es dann nur das klitzekleine Problem, dass das Tor zugeschlossen war und wir somit nicht aufs Unigelände kamen. Naja, dann haben wir es uns halt bequem im Auto gemacht. Doch glücklicherweise kamen um 1:30 dann die Jungs von der Security und haben uns reingelassen und ich konnte endlich in mein langvermisstes Bett ❤

Das Schuljahr geht zuende

Diese Woche war die letzte Schulwoche der High School. Ein Jahr unterrichten in 4 verschiedenen Altersgruppen. Ein Jahr hört sich ziemlich viel an. Aber die Zeit verging wie im Flug. Auf der einen Seite bin ich zwar froh, wieder nach Hause zu kommen. Doch auf der anderen Seite kommt jetzt schon ein bisschen die Traurigkeit hoch. Insgesamt an die 90 Schüler zu denen man in diesem einen Jahr schon eine manchmal mehr und manchmal weniger enge Beziehung aufgebaut hat, die man aber nach dieser Woche wahrscheinlich nie wiedersehen wird. Obwohl man ja sagt, dass man sich immer zweimal im Leben sieht…
Als wir drei Deutschen dann am Mittwoch vom COLIVI verabschiedet wurden während der Pause, kamen mir schon die Tränen hoch. Zum Glück aber nicht nur mir, sondern auch den Schülern.
Ein Jahr voller Hochs und Tiefs. Manchmal haben meine Schüler schon Unsinn gemacht und mich auf die Palme gebracht. Oder sie haben nicht gelernt. Aber daran habe ich mich mittlerweile schon gewöhnt. Leider… Doch auf der anderen Seite all die schönen Momente. Momente voller Spaß in denen wir viel zusammen gelacht haben.
Alles in allem sind meine Schüler und all die anderen Menschen hier ein Teil meines Lebens und ein Teil meines Herzens geworden. Da fällt es mir schon schwer wegzugehen. Gleichzeitig freue ich mich aber auf all meine Lieben in Deutschland, die ich seit 11 Monaten nicht mehr gesehen habe. Viel fehlt nicht mehr. In 5 Wochen gehe ich Deutschland dann wieder auf den Keks. Ihr könnt euch freuen 😀20150616_094042#KodakMoment

Letzte Stunde

 

Erinnerungen

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Wie viele von euch bestimmt wissen, spiele ich mittlerweile seit 14 Jahren Klavier. Dazu gehört natürlich auch, dass man auf Konzerten spielt und das habe ich wirklich viel gemacht. Deshalb weiß ich auch, wie wichtig es ist, dass man vor allem die Anfänger unterstützt.
Heute war dann das Semesterabschlusskonzert hier an der Uni. Die meisten, die auf dem Konzert gespielt haben, sind noch Anfänger. Auch mein Schüler (siehe Bild), der mich auch eingeladen hat.
Dort dann auf dem Konzert kamen viele Erinnerungen wieder hoch an meine Konzerte früher. Ein kleiner Moment der Nastolgie. Aber ich denke das ist erlaubt, wenn nur noch 7 Wochen fehlen, bis ich wieder zurückkommen nach Deutschland. So langsam muss ich auch mit meinen Unibewerbungen anfangen. Morgen geht es damit los.
Mittlerweile frage ich mich schon, wie es wird wenn ich wieder zurückkomme. So wie vorher wird es bestimmt nie wieder. Aber ob es komplett anders wird? Wer weiß. Doch eine Sache ist sicher: Ich freue mich auf jeden Fall schon, alle wiederzusehen.

IT-Unterricht und Kartentricks

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Ein Freund von mir, der IT studiert, musste als abschließende Prüfung eine Unterrichtsstunde über Computer und dessen Energiehaushalt geben. Natürlich helfe ich da beim Vorbereiten, gebe Tipps über Unterrichtsmethoden und lasse ihn in meiner liebsten Klasse unterrichten.
Heute war es dann soweit und meiner Meinung nach haben sich meine Schüler ganz gut benommen. Auch wenn das Thema für die Mädels nicht ganz so spannend war (mich interessiert sowas mit PCs auch alles nicht :D). Aber ich denke wir haben alle was gelernt, insbesondere darüber, wie man Energie sparen kann.
Eine Sache habe ich besonders gelernt: Es ist erstaunlich, wie gut alle mitarbeiten, wenn es Schokolade zu gewinnen gibt… :/
Zum Schluss wurde uns dann noch Kartentricks gezeigt. Ich habe diesen Trick zwar schon öfters gesehen, aber bin jedes Mal wieder darüber erstaunt, wie cool der ist und freue mich jedes Mal wie ein Kind, wenn ich wieder nicht weiß, wie dieser Trick funktioniert. Also ehrlich gesagt, hat er mir den Trick schonmal verraten, aber ich habs wieder vergessen 😀

Trauermomente

Auch traurige Momente darf man in einem freiwilligen sozialen Jahr miterleben…
Wie jeden Tag war ich auch heute wieder nach dem Unterricht in der Musikakademie, um ein bisschen Klavier zu spielen. Das regt einfach ab. Als plötzlich der Musiklehrer kommt und fragt ob ich um 12:30 Uhr bei einer Beerdigung spielen könnte (zu dem Zeitpunkt war es 12:13 Uhr). Er würde s(ingen und ich müsste ihn nur begleiten und das Stück sei auch nicht allzu schwierig. Wie es natürlich so ist, sage ich zu. Nach 15 Minuten üben, geht es dann also auf in die Gemeinde, wo der Trauergottesdienst schon in vollem Gange ist. Mit fast 100 Jahren (es fehlten nur noch 17 Tage) ist die Mutter einer Lehrerin der Universität gestorben. Persönlich kannte ich sie nicht, aber mit ihrem Schwiegersohn rede ich öfter mal. Jeder weiß aber, wie es ist einen geliebten Menschen zu verlieren. So konnte ich die Trauer also gut nachvollziehen. Auch wenn ich so gut wie gar nicht üben konnte, wollte ich, dass das Musikstück perfekt wird. Aus dem einfachen Grund den Trauernden die Trauerfeier so schön wie möglich zu gestalten. Perfekt ist es vielleicht nicht ganz geworden, aber dank sei Gott (und das meine ich im wortwörtlichsten Sinne) doch sehr gut.
Doch so groß die Trauer auch ist, wir haben eine Hoffnung: Die Wiederkunft unseres Herrn Jesus Christus, der uns alle zu sich holt an einen Ort, wo es keinen Schmerz, keine Trauer und keine Tränen mehr geben wird (Offenbarung 21,4)

Nebenjob Babysitting

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Einige von euch mögen es ja schon wissen: Meine Chefin hat im März ihr Baby bekommen. Da die Uni hier sehr familienfreundlich ist, ist es normal, dass man sein Baby mit zur Arbeit nehmen kann, wenn man im Büro arbeitet. So macht das also auch meine Chefin. Wenn sie allerdings mal zu irgendeinem Meeting oder Direktor muss, wird der kleine Leonardo meist im Büro gelassen, wenn jemand anderes da ist. Da kommt es auch mal vor, dass ich während ich im Büro arbeite, nebenbei babysitten muss. Aber der kleine ist so ruhig und schläft so viel, dass man meistens gar nicht mitbekommt, dass er da ist 🙂